Meine Vita

Am 10.09.1953 erblickte ich in Frankenberg an der Eder das Licht der Welt. Mein Vater war Lehrer und meine Mutter kam aus der Landwirtschaft. Die ersten Jahre meiner Kindheit verbrachte ich daher auf einem Bauernhof und fand dadurch schon sehr früh den Zugang zur Tierwelt. Ich half beim Füttern, misten, ernten und durfte später die Kühe und Pferde meines Onkels zur Weide bringen. Zusammen mit meinem Bruder hatte ich in den Schulferien stets viel Spaß auf dem Lande. Der Bezug zu den Tieren entwickelte sich so stark, dass ich als Siebenjähriger anfing, die Vierbeiner zu malen. Schon damals bescheinigte mir meine Verwandtschaft außergewöhnliches Talent. Meine Eltern förderten meine Malerei, und meine Ölbilder hingen bald in den Wohnungen meiner Verwandten, Freunden und Bekannten meiner Eltern. Dennoch rieten sie mir von einem Kunststudium ab. Die finanzielle Sicherheit sei doch sehr ungewiss.

Im Verlauf meiner Schulzeit habe ich für meine Klassenkameraden  immer wieder Bilder gemalt und damit mein Taschengeld aufgefrischt. In Kunsterziehung hatte ich stets eine sehr gute Note.  Ich sollte doch eine Kunstakademie besuchen und Kunst studieren, so war die Empfehlung meiner Kunstlehrer.  Nachdem ich zwei Jahre lang mit meiner damaligen Freundin Kunstseminare in Kassel besucht hatte, entschied ich mich dann doch  Lehrer zu werden. Gleichwohl habe ich mich weiterhin für die bildende Kunst  sehr interessiert. So habe ich z.B. mit großem Interesse die Dokumenta in Kassel alle 5 Jahre besucht. Die  Freizeiten in meinen Ferien nutzte ich dazu, mich auf diverse Arten  weiterzuentwickeln.

Viele Jahre lang malte ich vorwiegend  Auftragsportraits von Menschen und Tieren.  Da ich selber ein Pferd besaß,  rührte ich an  den hiesigen Reitställen  erfolgreich die Werbetrommel für  meine Malerei. Stets portraitierte ich die Kinder, Pferde oder Hunde der Einstaller nach Fotovorlagen, die ich selber gemacht hatte. Obwohl meine  Kundschaft von der Ausführung meiner fotorealistischen Arbeiten ausnahmslos begeistert war und  mir von allen Seiten ein sehr hohes technisches Niveau meiner Fertigkeiten  bescheinigt wurde, verlagerte ich den Schwerpunkt meines  Schaffens  in den letzten Jahren meiner Dienstzeit zunehmend in den Bereich der Abstraktion.  Genauer:  in den abstrakten Realismus. Ich wollte endlich kreativ arbeiten aber dabei auch Botschaften mit meinen Bildern  übermitteln. Wenn ich ein Bild auf die Leinwand banne, dann habe ich das Ergebnis meiner Arbeit schon vor dem ersten Pinselstrich im Kopf. An meine Bilder habe ich den Anspruch, dass sie bei aller künstlerischen Freiheit ästhetisch sind.  Mit der Zeit wird der Betrachter meine Bilder am Stil erkennen, denn der Ursprung ist einzigartig: Ich hatte als Berufsschullehrer  etwa 20 Jahre lang Kunststofftechnik unterrichtet und mich somit natürlich auch mit Umweltproblemen befasst, die diese Werkstoffe verursachen. Dazu gehört die eingeschränkte Recylefähigkeit. Meine Art ihn zu recyceln besteht darin, dass ich ihn auf der Leinwand so verforme und mit meinen Farbvorstellungen versehe, dass sich völlig neue Eindrücke und Interpretationsmöglichkeiten ergeben.

Auch der Klimawandel fließt mittlerweile als Thema in meine Arbeiten ein, indem ich Tiere, die vorm Aussterben bedroht sind, in eine neue (abstrakte) Umgebung einscanne. Zum Beispiel verwandele ich die Savanne in ein bizarres, abstraktes Hintergrundbild für den Löwen.  Was sozusagen als Erinnerung noch übrig bleibt sind die typischen Savannenfarben.

Wenn man den Löwen mit seinem Nachwuchs so aus dem Bild herauslaufen sieht, stellt man sich die Frage: Quo vadis, leo?

Eine Kunstgeschichte aus meiner frühen Schulzeit


In der dritten Klasse der Grundschule hatte ich einmal ein unvergessliches Erlebnis. Mein Klassenlehrer hatte uns als Hausaufgabe den Auftrag erteilt, bis zum nächsten Tag einen Blumenstrauß zu malen.
Ja, das war eine Aufgabe ganz nach meinem Geschmack! Schon auf dem Heimweg pflückte ich mir einen bunten Strauß mit Kornblumen, Klatschmohn und noch ein paar andere Wiesengewächse. Zu Hause angekommen stellte mir meine Mutter die Blumen in eine hübsche Vase und nach dem Mittagessen machte ich mich sofort an die Hausaufgabe. Ich hatte richtig Freude und zauberte ein buntes Aquarell auf meinen Zeichenblock. Meine Eltern fanden das Bild prima und so ging ich am nächsten Tag ganz stolz in die Schule und war gespannt auf die Beurteilung meines Klassenlehrers und die Reaktion meiner Mitschüler.
Doch dort geschah etwas ganz unerwartetes: mein Lehrer verpasste mir eine schallende Ohrfeige, nachdem er das Bild längere Zeit betrachtet hatte. Er war sich sicher, dass ich das Bild niemals selber gemalt hatte. Ich heulte und schäumte vor Wut. Die Enttäuschung war riesengroß. Dann ging ich zur Tafel und malte mit weißer Kreide einen Pferdekopf darauf. Anschließend hat sich mein Lehrer bei mir und später bei meinen Eltern entschuldigt. Das hat ihm unsäglich leid getan. Nachdem er mir die allgemeine Hochschulreife bescheinigte, war ich ihm auch nicht mehr böse.